Ein langes Wochenende stand an – es war Memorial Day. Der Memorial Day (übersetzt: Gedenktag) ist ein US-amerikanischer Feiertag, der zu Ehren der im Krieg für das Vaterland Gefallenen begangen wird. Dieser Tag wird am letzten Montag im Mai (z.B. im Jahr 2006 am 29. Mai) gefeiert. Das hiess: Samstag bis Montag frei! Also ab nach: Boston.
Samstag frueh um 6 ging es nach einer sehr kurzen Nacht bei einem Freund in Jersey City los. 3 Siemens-Interns aus New York und ein Hollaender teilten sich mit mir die 5 Plaetze im Auto. Nach knackigen 4 h war Boston (noerdl. Von New York direkt and er Ostkueste) auch schon greifbar nah. Schnell im zentral gelegenen Radisson-Hotel eingeckecked und ab gings auf Erkundungstour.
Es gibt drei Pfade in Boston, die man ablaufen kann. Wir haben uns fuer den roten entschieden. Dabei folgt man einer auf den Boden gemalten roten Linie, die einen an verschiedenen Sehenswuerdigkeiten vorbei fuehrt. Eine Art Schnitzeljagd fuer Touris. So kamen wir also an Grabstaetten, Kirchen, ehemaligen City Halls, Maerkten (alles sehr! Billig, z.B. 2 Riesenwassermelonen fuer 2$) u.v.m. vorbei. Nach circa 5h Fussmarsch mit kleinen Pausen und durchquerten, sehr schoenen italienischen sowie irischen Backsteinhaus-Vierteln kamen wir im Militaerhafen an, wo u.a. die USS Constitution liegt. Sie ist eine hölzerne Fregatte der United States Navy. Sie ist das älteste noch im Dienst stehende Schiff der Welt, das noch schwimmt (mehr als 200 Jahre alt). Ein Rundgang auf Deck war selbstverstaendlich. Es folgte der Rueckweg ins Hotel (natuerlich mit der Subway, da muede Beine nach Regeneration riefen), wo wir gemuetlich mit kuehlem Bier chillten und den Abend einleuteten. Dieser endete schliesslich irgendwann um 2h morgens in einem Pub.
Sonntag weckten uns die ersten Sonnenstrahlen um 9h. Ein ausgiebiges Fruehstueck wurde von allen als Grundvorraussetzung fuer einen gelungenen Tag angesehen, also ab in das Hotelrestaurant und das Buffet leergegessen… Vollgefuttert rollten wir unsere Baeuche Richtung Subway, um zur Harvard University aufzubrechen. Diese Eliteschmiede empfing uns mit geordnetem Chaos, da an diesem Wochenende Examensparty-WE war und gleichzeitig Moving-Out-Day. Das heisst, dass alle Studenten sich mit mehr oder weniger Sack und Pack in die Freiheit oder zumindest in die 3 monatigen Sommerferien verabschiedeten. Der Campus selber ist – verglichen mit dem, was man vielleicht vom Namen her erwartet – doch eher entaeuschend. Nun gut, die Sonne knallte vom Himmel und uns zog es ans Wasser. Bosten hat eine schoene Waterfront und so buchten wir einen 45 minuetigen Bootstrip, bei dem wir uns ne kuehlende Briese um die Nase wehen liessen. Braun gebrannt und gut erholt schlenderten wir anschliessend durch diverse Parks zum Hotel zurueck. Ein in einem improvisierten Kuehlschrank (s.u.) auf seinen Vernichtung wartendes Bierchen fand seinen Weg in unsere Kehlen, als wir auf dem Sonnendeck des Hotels im neunten Stock den Abend begruessten. Mit einen leckeren Abendessen schlossen wir das Kapitel Boston ab, da am naechsten Tag die Halbinsel Cape Cod suedlich von Boston mit Straenden, Walfischerdoerfchen und Hummer auf uns wartete.
Gut zwei Autostunden suedlich von Bosten am Atlantik gelegen ist die Halbinsel Cape Cop mit dem Staedchen Provincetown. Dort landeten die ersten englischen Siedler in New England. Lange Zeit war es der wichtigste Walfaengerort der Ostkuest. Heutzutage werden Touristen mit Straenden, Geschaeften und vielen SeeFood Restaurants gelockt. So liessen wir es uns auch nicht nehmen, einen Lobster zu verkoestigen. Ein sehr leckeres und spassiges Vergnuegen – wollten Zange und Panzer doch nicht immer so wie wir wollten. Letztlich aber blieb nicht viel von diesem pussierlichen Tierchen ueber. Vor der Rueckfahrt war noch ein Verdauungsschlaefchen am Strand drin.
Ein sehr erlebnisreiches, harmonisches Wochenende lag am Ende hinter uns. Boston ist auf jeden Fall eine 5 stuendige Autofahrt wert. Es gibt viele alte Gebaude im Zentrum und bei weitem nicht eine solche Hektik wie z.B. in New York. Die Waterfront und die italienischen und irischen Viertel mit ihren Backsteinhaeusern sind ebenfalls unheimlich schoen und sehenswert. Ein grosses Angebot an Nachtleben und erholsame Parks runden das vielfaeltige Angebot ab.
Bilder gibt’s wie immer hier.

Mai 31, 2006 um 1:04
Wie? Ihr habt auch Spaß ohne mich? Kann doch nicht sein!
Hier in Deutschland gibt es auch ganz viele liebe Menschen, aber das Wetter ist einfach schrecklich (die letzte Woche hat es glaub ich mehr geregnet als die gesamte Zeit in Princeton) und mir ist auch ein bißchen langweilig, weil ich noch fast nichts machen kann/darf.
Sehen uns dann hoffentlich demnächst in Princeton wieder.
Party on
Stefan