Es gehoert ja nunmal dazu: der Besuch eines Baseballspiels in den USA. Ich habe schon mal vor 10 Jahren in L.A. ein Spiel gesehen, doch dachte ich mir, es waere an der Zeit, diesem „Sport“ eine zweite Chance zu geben. So kauften wir fuer So-mittag Tickets fuer das Spiel Yankees gegen TampaBay – 1h war Anstoss – aehm, Anwurf.
Die Plaetze im Oberrang konnten wir uns beim Kauf nicht aussuchen, und so saßen wir (Martin, Sonja, Zhanna, Stefan, Antonia, Jun und ich) auf der Sonnenseite im Stadion. Eigentlich eine schoene Sache – so ein bisschen Sonne tanken. Doch bei gefuehlten 45°C und Windstille ist es in so einer Betonschuessel wie im Backofen. Nach 10 Minuten waren wir voellig durchnaesst und hatten schon alle Wasservorraete aufgebraucht. So verliessen Antonia und ich unsere Plaetze und liessen uns – dank nicht vorhandener Blockkontrollen – auf der gegenueberliegenden Seite im Schatten nieder. Immer noch warm, aber im Vergleich zu vorher ne reine Kuehltruhe und absolut ertraeglich.
Nun zum, Spiel: nunja, 2 Homeruns in 3 Stunden und ein mageres 4:2 fuer die Yankees – das sagt alles: alle 30 Minuten mal ein Run. Was macht man also in der Zwischenzeit? Schlachtrufe lernen und mitsingen? LaOla mitmachen? Vor Entsetzen oder Verwunderung staunen und schreien? Nun, nicht ganz. Schlachtrufe oder aehnliches: Fehlanzeige! LaOla: Fehlanzeige! Begeisterungsschreie: Fehlanzeige, wesswegen auch?! Nunja, da denkt man sich, man macht es wie der Ami und vertreibt sich die Zeit mit Essen und Trinken – wenn man denn 9$ fuer ne Dose amerikanisches
Bier oder 5$ fuer einen SchlabberHotDog bezahlen moechte. Und so warteten wir und quatschten und ganz nebenbei sahen wir hier und da mal einen getroffenen Ball – dann war allerding fuer eine Minute die Hoelle los im weiten Dreieck – wie gesagt, alle dreissig Minuten. In der Zwischenzeit vergass man, dass man mit 46.998 anderen Fans beim Sport ist.
Und wie so ueblich in den USA – nach dem letzten Wurf im 9. Inning leerte sich das Stadion innerhalb von 5 Minuten und wir standen ganz alleine noch auf dem Rang. Das vielleicht 10 mal wiederholte Lieb New York, New York von good old Frankie inspirierte mich dann zu einem dezenten Hueftschwung im Oberrang – immerhin etwas Stimmung in der Huette, dachte ich mir.
Danah hsagten wir diesem extrem beliebten, mitreissenden, aufregenden und ereignisreichen Sport Goodbey – oder wohl eher: auf nimmer Wiedersehen.
Es war eine Erfahrung, die man – in meinem Fall – zweimal in seinem Leben macht, und dann sagen kann: „Aber ich hab diesem Sport ne Chance gegeben!“
Der Sommer ist schon lange da – Zeit, um draussen zu sein. Von den Beaches hab ich schon mehrfach berichtet, dann waren die 



Dazu gings immer ins
Selbstbewusst zu seinem Land, seinen Farben und Symbolen zu stehen – in Deutschland haben es die Deutschen zumindest fuer 4 Wochen – hoffentlich aber fuer wesentlich laenger – geschafft. Es wurde gesunder Patriotismus gezeigt, ohne ins Extreme ueberzugehen. In einem Land wie den USA ist Patriotismus sowieso nichts Aussergewoehnliches, manchmal sogar too much. So sollte man meinen, die meisten deutschen Interns haetten zumindest hier den Mut gezeigt, die Hymne vor dem Spiel mitzusingen. Bezeichnend jedoch: beim Spiel gegen Schweden herrschte bei allen (bis auf zwei Ausnahmen) Stille. Es war so ruhig, dass ein Amerikaner fragte, warum wir nicht mitsingen wuerden? Es ware doch unsere Nationalhymne! Vielleicht haetten einige von uns in Deutschland sein sollen…




