02. August 2006 Druckversion | Versenden | Leserbrief
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400 Kühlzonen für hitzegeplagte New Yorker

Bis zu 46 Grad beträgt die gefühlte Temperatur in New York – „lebensgefährlich“, befand Bürgermeister Bloomberg und rief erstmals wegen Hitze den Notstand aus. Vielerorts bleiben Klimaanlagen dennoch ausgeschaltet, um eine Überlastung des Stromnetzes zu vermeiden.

New York – Bürgermeister Michael Bloomberg rief alle Einwohner zum Stromsparen auf. Wer wider besseren Wissens diese Anweisung missachte und zum Beispiel die Klimaanlage auch bei Abwesenheit laufen lasse, müsse mit einer Anzeige rechnen. Auch die Menschen in Washington und Chicago stöhnen unter der Rekordhitze im Nordosten der USA. Dort herrschen derzeit Temperaturen von um die 38 Grad Celsius, je nach Luftfeuchtigkeit liegen die gefühlten Temperaturen bei 43 bis 46 Grad.


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Foto: APTN

Video: sac

Die Behörden in New York haben rund 400 klimatisierte Zentren in Behörden und Altenheimen eingerichtet, um vor allem alten und mittellosen Menschen eine Zuflucht bieten zu können. Krankenhäuser wurden in Alarmbereitschaft versetzt. Die städtischen Schwimmbäder mussten ihre Öffnungszeiten über die Feierabendstunden hinaus verlängern. Sozialarbeiter und Pflegedienste wurden gebeten, sich verstärkt um Menschen zu kümmern, die wegen ihres Alters oder wegen Krankheit in ihren Wohnungen bleiben müssen. Die Maßnahmen sollen zunächst bis Freitag in Kraft bleiben.

 

HITZEWELLE IN NEW YORK: RETTUNG IN DER KÜHLZONE

 

REUTERS REUTERS AFP

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Die Stadtverwaltung forderte vor allem Unternehmen und Behörden auf, den Stromverbrauch zu drosseln und Klimaanlagen und Fahrstühle abzuschalten. So soll eine Überlastung des veralteten Netzes vermieden werden, das zuletzt im August 2003 spektakulär zusammengebrochen war und die Megastadt lahmgelegt hatte. Im vergangenen Monat war bereits im Stadtteil Queens mehr als eine Woche lang der Strom wegen Überlastung des Netzes ausgefallen.

Gestern blieben selbst die Wahrzeichen Chrysler Building und Empire State Building dunkel, deren erleuchtete Fassaden sonst allabendlich die Skyline New Yorks prägen. Laut „New York Times“ wird die Klimatisierung der VIP-Logen im Yankee-Stadion abgeschaltet. Mehrere öffentliche Gebäude haben ihre eigenen Stromgeneratoren eingeschaltet, darunter Krankenhäuser und die Haftanstalten von Rikers Island, der größten Gefängnisanlage New Yorks.

U-Bahnen müssen langsamer fahren

In Washington fuhren die U-Bahnzüge langsamer als sonst, um Strom zu sparen. Menschen mit Atemwegsproblemen wurden in Fernsehspots davor gewarnt, vor die Tür zu gehen. In Chicago mussten schon am Montag mehrere hundert alte Menschen aus ihren Häusern geholt werden, weil das Stromnetz teilweise zusammengebrochen war. Sie wurden nach einem Bericht der „Chicago Tribune“ in Hotels und einer Stadthalle untergebracht. Etwa 20.000 Menschen waren von der Stromversorgung abgeschnitten. Im Jahr 1995 gab es in Chicago fast 800 Hitzetote.

Nachdem in der vergangenen Woche in Kalifornien bereits 164 Menschen der Hitzewelle zum Opfer gefallen waren, wurden nun auch weiter östlich mehrere Todesfälle registriert. In Conyers im Bundesstaat Georgia starb ein 15-jähriger Schüler, der tags zuvor beim Fußballtraining wegen der Hitze zusammengebrochen war. Aus dem Bundesstaat Illinois wurden mindestens drei Hitzetote gemeldet.

ffr/AFP/AP/dpa